Wir sind einige, nicht mehr ganz junge, MTBer/innen aus den Landkreisen Reutlingen; Göppingen und Schwäbisch Gmünd, die die Bemühungen der DIMB nach Open Trails und Legalize Freeride, Downhill & Dirt unterstützen wollen. Folgende Beobachtungen und Entwicklungen in den vergangenen 20 Jahren haben uns dazu bewogen:

1. Wir treffen zunehmend mehr, auch auswärtige Biker auf schmalen Pfaden.
Folge: Die Häufigkeit der Wegenutzung wächst, Unwissenheit und mangelnde Fahrtechnik schaden der Natur.
2. Neue Wege entstehen, alte Wege wachsen zu.
3. Verständnislose Wanderer werden weniger.
Was hat sich in den letzten 20 Jahren verändert?
Aus dem Fahrrad ist ein hochtechnisiertes Sportgerät für alle möglichen Zwecke geworden.
Folge: Neue Trendsportarten sind entstanden, wie z.B Downhill, Dirt, 4Cross, Vertrider – dafür benötigt man Parcours, Gelände, neue Wege
Reparaturen, die man früher selber machen konnte, erfordern jetzt einen Fachhändler und Spezialwerkzeuge
Preise von 1000 – 7000€ sind nicht außergewöhnlich

Aus der Gummifelgenbremse ist eine hydraulische Scheibenbremse mit Einfingerbedienung geworden.
Folge: Lange Abfahrten lassen sich problemlos bewältigen und die Bremsen funktionieren auch bei Nässe und Schnee

Aus einer funzligen Lichtanlage, bei der man selber nichts gesehen hat, sind Hochleistungsscheinwerfer geworden, die den Weg ausleuchten wie ein Autoscheinwerfer.
Folge: Wer tagsüber keine Zeit hat, fährt nachts, vor allem während der dunklen Jahreszeit. Wildtiere müssen evtl. darunter leiden.

Die Bekleidung ist funktioneller und praktischer geworden.
Folge: Radfahren ist ganzjährig möglich. Viele fahren lieber mit dem Rad als mit dem KFZ zu Arbeit.

E-Bikes aller Art kommen zunehmend auf den Markt:
Folge: Ältere oder konditionell weniger begünstigte Personen können jetzt auch am Trend teilnehmen.

Bikeschulen und Wegführungsangebote sind entstanden und haben einen guten Zulauf.
Folge: Eine neue Tourismusbranche ist entstanden.
Die Biker werden fahrtechnisch versierter und wollen das auch umsetzen.

Der Straßenverkehr nimmt immer mehr zu.
Folge: Rennradfahrer, denen das langsam zu gefährlich wird, steigen um oder trainieren mehr mit dem MTB.

Wanderer mit Knieproblemen verwenden Stöcke oder steigen aufs MTB um.
Folge: Viele Löcher in der Erde oder noch mehr MTB´s auf den Trails.

Neue Kommunikationsmittel sind entstanden.
Folgen: Jugendliche und jüngere Generationen werden durch Youtoube, Facebook und Twitter auf den MTB-Sport aufmerksam und wollen das auch ausprobieren. Da das aber vielerorts nicht geht, buddeln sie sich die Wege selber.

Das Einzige, was sich bisher nicht verändert hat, ist die StVZO bzgl. Beleuchtungsanlagen und das Landeswaldwegegesetz, das viele gar nicht kennen.
Folgen: Sie werden ignoriert.
Denken wir mal anders herum. Was würde passieren, wenn diese 2m gestrichen oder auf 2cm geändert würde?

Plötzlich könnte der Albtrauf mit seiner Unmenge an Wegen als äußerst interessantes Trailgebiet gelten. Biker wären nicht mehr in der Illegalität, sondern könnten den Wandervereinen beim Wegebau und –erhalt helfen. Dadurch würden viele Wege, die völlig zugewachsen sind, wieder neu entstehen, nasse Löcher könnten überbaut werden und an manchen Stellen könnten auch neue Herausforderungen für Biker entstehen. Die Wandervereine könnten mit den Bikern neue Mitglieder bekommen, so wie die Alpenvereine neue Mitglieder durch die Bikebergsteiger bekommen haben. Die Tourismusbranche, gewerbliche Biketourenanbieter und auch die Fahrradhändler würden davon profitieren.

Damit es nicht zu Konflikten kommt, wären natürlich auch Regeln einzuhalten. Die Biker müssten sich an die Trailrules der DIMB halten, müssten zeitweise Sperrungen in Kauf nehmen und auch vielleicht auf spezielle Touren zu bestimmten Zeiten verzichten. Ein naturschonendes Verhalten ohne Blockierbremsungen ist von allen Bikern zu fordern. Auf der anderen Seite sollten natürlich auch die Kommunen das Potential der im Wald buddelnden Jugendlichen nutzen und über spezielle Strecken nachdenken. Unter den Neubaubrücken an der neuen B 10 z.B. ließen sich ohne große Kosten kleine Trainingsstrecken oder Pumptracks (Wellenbahnen) einbauen.

Es ist höchste Zeit, diese fragwürdige 2m Wegbreitenregel politisch anzugehen. Auch im öffentlichen Straßenverkehr ist für Fahrräder in den seltensten Fällen eine Spur von 2m Breite vorhanden.

Alle diese oben aufgeführten Punkte haben dazu geführt, dass die DIMB IG Stauferland 2011 ins Leben gerufen haben. Bei unserem Gründungstreffen im November 2011 haben wir erste Verantwortlichkeiten und Strategien festgelegt.

Wir würden uns natürlich sehr freuen, wenn weitere Mitglieder oder Vereine, auch aus den umliegenden Landkreisen, zu uns stoßen würden.

Planung 2014:

1. mehr Biketouren im weiteren Umkreis, Allgäuausfahrt
2. Zusammenarbeit mit Tourismusbeauftragtem und SAV Wegewart
3. Werbung weiterer Mitglieder

4. DIMB Aktivtour 2014 vom 16.-18.05.14